Obelix vs. Kingston – Seelenhund & Herzenshund steigen in den Ring

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Immer wieder kommt das Thema „Seelenhund & Herzenshund“ auf, aber was bedeuten diese Begriffe genau? Sie sind in keinem Lexikon erklärt, aber die einzelnen Begriffe der Wörter, z.B. „Seele“, sind definiert und sagen schon einiges aus. Wieso ich zwischen beiden Begriffen einen Unterschied sehe und was für Erfahrungen ich mit meinem Seelenhund und mit meinem Herzenshund gemacht habe, habe ich versucht niederzuschreiben. Wir lassen euch oft in unseren Alltag schauen, aber wenn es um mein Inneres geht, mach ich lieber dutzende Schlösser und Ketten davor *zwinker*. In diesem Beitrag werde ich euch einige Einblicke durchs Schlüsselloch geben, denn ansonsten könnte ich die Begriffsdefinitionen gar nicht erklären.

Eine Seele von Hund – Obelix mein Seelenhund

Mein Seelenhund war Obelix und ich glaube, ich werde auch keinen Seelenhund mehr nach ihm haben. Sein Wesen war aufgeschlossen, liebenswert und ein Kämpfer im Inneren. Fast könnte man sagen, dass er sogar mehr nach Liebe als nach Leckerli bettelte. Das soll schon was bei einem verfressenen Goldi(mix) heißen! Er war immer da. Er stand einem bei. Das Vertrauensverhältnis war so innig, dass ich ihn meist ohne Probleme frei neben mir herlaufen lassen konnte (außer in den letzten Lebensjahren, wenn wir anderen Hunden begegneten, weil er durch Beißereien bei einigen Hunden nicht mehr positiv reagierte). Er war eine Seele von Hund. Er tat niemanden was Böses, sogar wenn ihm Böses angetan wurde, hielt er sich solang zurück, bis es für ihn ums blanke Überleben ging. Dafür sprang er aber sofort in die Bresche, wenn seinen Menschen etwas drohte. Genau diese Wesenszüge sind ein Punkt, wieso er mein Seelenhund war. Wie könnte es anders sein, als bei einer reinen und zarten Seele?

Kindheit & Erwachsensein – verschiedene Ausgangslagen

Ich wuchs mit Obelix auf. In der Kindheit ist man unbesorgter. Man muss nicht an die Arbeit denken, ans Einkaufen, an all die alltäglichen Dinge, denn die werden von den Eltern übernommen. Außerdem muss man meist nur halbtags in die Schule. Man hat einfach noch mehr Zeit, um sich um den geliebten Vierbeiner zu kümmern. Aber nicht nur die Zeit spielt ein Rolle, ich finde, Kinder sind offener. Sie lassen einfach noch mehr zu und denken nicht so rational wie die Erwachsenen. Kingston kam zu uns, als ich 20 war. Obelix wurde in die Familie geholt, da war ich 7 Jahre alt. Nur kurze Zeit nach Obelix Einzug kam meine Schwester auf die Welt. Ich liebe meine Schwester, aber der Umstand vom Einzelkind zum Geschwisterchen zu werden, kann Hund und Kind zusammenschweißen. Es ist einfach eine riesige Umstellung und da hilft der Vierbeiner, der einem zur Seite steht *zwinker*. Außerdem habe ich als Kind gar nicht die Entwicklung von Obelix komplett mitbekommen. Er war süß, dann machte er alle Leinen kaputt und auf einmal war er auch schon der Obelix, den ich so liebte *lach*. Kingston entwickelte sich und ich musste ihn erziehen. Ich liebte die Welpenzeit von Kingston, aber doch ist es ein anderes Verhältnis, ob man zusammen aufwächst oder den anderen aufwachsen sieht.

Innigkeit und schwere Zeiten – was schweißt wirklich zusammen?

Obelix und ich machten zusammen schöne Zeiten durch, z.B. mit der Familie an der Nordsee, aber wir machten auch sehr dunkle Zeiten durch. Er war mein Beschützer und derjenige, dem ich mich immer anvertrauen konnte. Er merkte bei jeder einzelnen, minimalen Gestik, wenn es mir schlecht ging und kam dann auch zu mir. Ich konnte fast jede seiner Muskelbewegungen deuten und wenn wir unterwegs waren, flossen wir in eins über. Natürlich wurde es inniger, je älter wir wurden, weil wir viel Zeit miteinander verbrachten. Aber diese Innigkeit bewundere ich immernoch an Menschen und ihren Tieren, denen ich begegne. Denn dieses „Eins werden“ habe ich bis jetzt nur mit Obelix erlebt.

Herzenshunde – gibt es die auch nur 1x?

Kingston ist mein Herzenshund. Es gab einige Hunde in meinem Leben, aber nicht jeder wurde ein Herzenshund. Ich mochte alle Hunde, egal wie viel oder wie wenig Zeit ich mit Ihnen verbrachte. Aber nur Kingston liebe ich so sehr wie Obelix. Das kann daran liegen, dass es zwar Hunde in der Familie gab, aber sie nicht „meine“ waren. Ich glaube, dass es eher an der Ähnlichkeit zwischen Hund und Halter liegt. Ich entschied mich damals für Obelix. Ich war es, die Kingston aussuchte. Beide sind mir sehr ähnlich. Obelix war dem Charakter in der Kindheit und Jugend immens ähnlich. Ich suchte nach Zuneigung und Obelix wollte diese immer geben. Kingston ist mir nun ähnlich und wenn ich jetzt aufzähle, wo wir uns so ähnlich sind… Dann muss ich mir mein Lachen über uns beide verkneifen. Einsicht ist der beste Weg, sich selber zu verstehen und Kingston ist der perfekte Spiegel meiner selbst. Sturr, dickköpfig, sensibel und manchmal lieber allein und auf sich besinnt.
Jetzt könnte man sagen: Tja, da passt ihr ja wie Faust aufs Auge. Ihr könntet ein Herz und eine Seele sein. Wieso ist der nicht auch dein Seelenhund?

Was ist der Unterschied zwischen Seelenhund & Herzenshund?

Ein Herz sind wir. Wir lieben einander, auch wenn man es Kingston oft nicht sofort ansieht. Beispielsweise sucht er lieber Kontakt zu Männern und hockt bei denen rum, wenn wir unterwegs sind. Das aber auch nur solang ich da bin. Wenn ich weggehe oder wiederkomme, merkt man, wie sehr er trotzdem meine Anwesenheit schätzt. Aber eine Seele? Wir lernen voneinander. Wir grooven uns im Alltag immer mehr ein und verstehen den anderen immer besser. Aber doch fehlt dieses besondere Band, was ich bei Obelix gespürt habe. Es kann sein, dass Kingston gar nicht die Möglichkeit hat, so ein Band zu knüpfen, weil die Umstände jetzt total anders als mit Obelix sind. Aber ich liebe Kingston so sehr wie Obelix und genieße seine Gegenwart. Ich liebe es, mit ihm etwas zu unternehmen oder einfach nur zuhause zu entspannen. Dass ich ihm alles beibringen musste, ihn habe aufwachsen sehen, kann dazu beigetragen haben, dass dieses Band nicht wie mit Obelix geknüpft wurde. Ich stand lebenstechnisch und geistig gesehen, einfach auf einem anderen Standpunkt als der King und als früher mit Obelix.

Wie wichtig sind Begriffe? Wie wichtig sind Taten?

Die Frage, die sich mir am Ende dieses Beitrages stellt, ist, ob wir diesen Begriffsbestimmungen nicht doch zu viel Bedeutung zu weisen. Ich bin selber gerade erstaunt, da ich mit diesem Fazit nie gerechnet habe. Dabei habe ich mir schon oft Gedanken über das Thema „Seelenhund & Herzenshund“ gemacht. Ich muss sagen, wenn mich jemand fragt, dann werde ich immer Obelix als meinen Seelenhund und Kingston als meinen Herzenshund ansehen. Aber ist nicht die entscheidernde Frage, ob ich meine Hunde gleich viel liebe und ihnen gleich viel gebe? Der Hund an sich müsste mir doch gar nichts geben, was gebe ich ihm aber für seine Anwesenheit und Lehre übers Leben?

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