Leben mit Schilddrüsenunterfunktion – wie alles began

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Rückblickend denke ich, dass Kingstons schon mit ca. 1 Jahr die Schilddrüsenunterfunktion bekommen hat. Denn natürlich ist ein pubertierender Hund anstrengend. Aber das, was ich immer für seinen Charakter hielt und was das Leben und Training mit ihm so schwierig machte, ist seit der Diagnose und den Tabletten anders. Aber ich möchte nicht vorgreifen, denn nun erfahrt ihr, wie wir überhaupt zur Diagnose Schilddrüsenunterfunktion kamen und was die ersten 3 Monate Tablettengabe alles auslösten.

Panik, Ungehorsam & Krankheiten – hab ich einen anstrengenden Hund!

Zu allererst muss ich dazu sagen, dass immer alle, weil Kingston ein Shar Pei ist, die Krankheiten auf seine Rasse geschoben haben. Ob ich mit anderen Hundehaltern, mit Tierärzten oder mit Tierheilpraktikern gesprochen hab: Ein Shar Pei ist eben das personifizierte Krankenbündel. Ich hab dieses Gerede zunächst abgetan, bis es mit dem Juckreiz, den Entzündungen und ähnlichem schlimmer wurde.
Zusätzlich wetterten die Trainer mehr als oft gegen den Shar Pei. Der wäre nicht erziehbar, hätte keine Lust auf Kooperation und ich hätte mir einen blöden, sturen Hund ausgesucht.
Es wurde besser, nachdem ich zunächst die  negativen Ratschläge zur Erziehung über Bord warf und mich auf Kingston einließ. Aber nachdem er ein Jahr wurde, wurde der Gehorsam und die Erziehung ein echtes Geduldsspiel – vor allem wenn es um laute Geräusche oder grelle Lichter ging. Da verfiel das Punktepummel gleich in Panik und wurde, je älter er wurde, in solchen Situationen immer weniger ansprechbar.

Ist das der Charakter meines Hundes oder doch eine Krankheit?

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Fehlende Hormone verändern das Wesen? Wir glaubten zunächst auch nicht dran.

Ich hab nie dran geglaubt, dass, außer ein Tumor der auf bestimmte Areale im Gehirn drückt, eine Krankheit eine immense Wesensänderung bewirken kann. Deshalb war ich auch erstaunt bei Hundeblog Hundekind Abby von den Auswirkungen der Schilddrüsenunterfunktion zu lesen. Ich wand mich an wissende Leute und erfuhr, dass Kingston viel zu jung für so eine Krankheit wäre.
Nach einem weiteren Jahr stolperte ich wieder über die Beiträge von Hundekind Abby und mir kam es irgendwie bekannt vor. Ich stellte mir die Frage, falls Kingston so etwas haben sollte, wieso ich ihm denn keine Erleichterung durch Medikamente verschaffen sollte? Es wurden wieder Zweifel von fachkundigen Leuten geäußert, aber da es mein Hund und mein Geld waren, setzte ich mich dieses Mal durch. Ein paar Euro ausgeben, um Gewissheit zu haben, daran soll es nie scheitern. Im Endeffekt brachte diese Entscheidung endlich den Durchbruch. Die Ergebnisse sagten klar aus, dass Kingston eine Schilddrüsenunterfunktion hat.

Wenn du denkst, du bist Rabenfrauchen Nr. 1

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Durch die Verantwortung für’s Tier stehen die Bedürfnisse des Tieres über den eigenen. [1 unserer Leitsprüche]
Ich weiß, dass man im Leben immer wieder auf andere Menschen vertrauen muss – vor allem wenn sie etwas wesentlich besser gelernt haben, als man selbst. Wir sind nicht alle keine Tierärzte und ich bin froh, dass es sie gibt. Trotzdem hätte ich mir in den Arsch treten können, dass ich nicht schon beim 1. Verdacht Nägel mit Köpfen gemacht habe. Sei’s drum, man kann die Zeit nicht zurückdrehen.
Zu denken gab mir aber dann auch die erste Woche der Tabletteneingabe. Denn nicht so wie ihr vielleicht denkt, wurde sofort alles besser. Kingstons Gemütszustand verschlechterte sich rapide. Er war nur noch ein panisches Fellknäuel, dass bei noch leisen Knall kopflos davon rennen wollte. Davon abgesehen, lag er in der Woche nie entspannt auf der Seite, sondern durchgängig in Hab-Acht-Stellung und Konzentration? Ein Fremdwort.
Natürlich muss man selber dann ruhig bleiben, es soll nicht auf den Hund abfärben – vor allem wenn es so ein Sensibelchen wie Kingston ist, der schon bei einem Negativgedanken sofort die Stimmung mitbekommt. Also wartete ich auf Woche 2 und 3, verdrängte all die Verschlechterungen in Woche 1.

Besserung in Sicht – wenn fehlende Hormone aufgefüllt werden

Den genauen Ablauf, wie die Änderungen kamen, weiß ich nicht mehr. Aber mein King veränderte sich. Er wurde ruhiger. Seine Entzündungen (vor allem Ohren) gingen zurück. Er konnte entspannen. Dieser Hund lag fast nie seitlich. Bei den Übungen auf dem Truppenübungsplatz in der Nähe wurde er unruhig über angstlich zitternd bis zu panisch vor den Medikamenten. Bei lauten Motorrädern oder Fehlzündungen verlor er den Kopf und wollte nur noch türmen. All das änderte sich mit der Zeit. Natürlich mussten wir die eingearbeiteten Verhaltensmuster vom Weglaufen auch noch trainieren, aber die ganze Reaktion auf all diese Geräusche war nicht mehr panisch. Kingston fing an, sich zurückzuversichern und keine Panik verhüllte die Gedanken. Er blieb ruhig(er) und ließ mit sich arbeiten, dass der Spaziergang trotz lauten Geräuschen ganz normal weitergehen kann.
Vor allem die Konzentration kam zurück. Training mit Kingsti war vor der Diagnose mehr als eine Herausforderung, denn sobald etwas Ablenkung dazukam, war es mit der Konzentration vorbei. Dabei konnte man noch so viel in ablenkungsarmer Umgebung üben, es klappte fast nie mit Ablenkung. Dies änderte sich nun. Wir konnten sogar in ablenkungsreicher Umgebung anfangen zu trainieren und die Konzentration blieb bei mir. Ich bin immernoch erstaunt, was fehlende Hormone mit Geist und Körper anstellen können.

Prognose für’s Leben mit Schilddrüsenunterfunktion

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Konzentration, sodass Balance möglich ist und keine Panik beim Ausbalancieren? Kingston bietet solch Übungen seit Diagnose schon teilweise von sich aus an.

Bei unserem zweiten Bluttest kam heraus, dass die Werte sich zwar verbessert haben, aber Kingston trotzdem zunächst eine höhere Dosis bekommen sollte. Denn er soll sich in dem Wertebereich befinden, in dem er wirklich „ein gutes Leben“ hat und derzeit sind die Werte noch sehr niedrig. Ich bin beeindruckt, wie viel wertvoller diese Tabletten das Leben von und mit Kingston gemacht haben. Ich werde berichten, wie es mit der Schilddrüsenunterfunktion weitergeht und ob die weitere Dosiserhöhung nochmals Veränderung gebracht hat.

Kennst du Schilddrüsenunterfunktion (/-überfunktion) bei Hunden?

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Ein Kommentar bei „Leben mit Schilddrüsenunterfunktion – wie alles began“

  1. […] eine Schleppleine. Denn auch wenn der Hund frei laufen kann (durch Gehorsam,bei uns wird er derzeit durch Medikamente und Training besser), gibt es beispielsweisen Gegenden, wo er das nicht darf. Dann eine […]

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