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Kurze Vorstellung

Moin Moin, ich heiße Emma Lotte und bin sechs Jahre alt. Ich bin ein Mischling und bin auf den Straßen von Bulgarien geboren. Früher hieß ich Honey, aber den Namen fanden Mama und Papa doof. Als Papa einen Namen bei der Versicherung angeben sollte, sagte er einfach Emma. Den fand Mama zum Glück auch cool.

Die Geschichte zum Doppelnamen

Doch sie war der Meinung, dass zu viele Hunde Emma hießen und sie hatte Angst, dass ich dann schlechter auf den Namen hören würde. Also kam sie auf die Schnapsidee mit einem Doppelnamen. So wurde aus Emma Emma Lotte.

Was ein Schloddbär ist

Meistens werde ich aber Loddi, Schloddbär oder Schloddi gerufen. Wenn Mama sauer ist, ruft sie aber Schlott oder nennt mich bei meinem vollen Namen. Da weiß ich, dass sie sauer ist. Mama sagt immer, dass ich eine richtige Prinzessin bin. Ich habe einen richtigen Dickschädel und zicke gerne mal rum. lachender Smilie

Portrait von Hündin Emma Lotte
Moin, ich bin Schloddi.

Wie war dein Leben vor deinem jetzigen Frauchen/Herrchen?

Bevor ich zu „Mama“ und „Papa“ kam, war mein Leben nicht so bombastisch. Die ersten Monate habe ich zusammen mit meinen Geschwistern in einem Bulgarischen-Shelter verbracht. Das war ganz schön gruselig, weil ich Tag und Nacht in einem Zwinger draußen gelebt habe. Die Nachbarn waren auch sehr gruselig, weil die immerzu bellten. Das war ganz schön laut war.

Die erste Familie

Mit fünf Monaten kam ich nach Deutschland in eine Pflegestelle und nach wenigen Tagen schon in meine erste Für-Immer-Familie. Dachte ich zumindest… Fünf Tage später war ich jedoch wieder bei meiner Pflegemama. Aber hey, zwei meiner Geschwister waren auch noch da. lachender Smilie

Einzug beim Immer-Zuhause

Einige Wochen später kamen dann zwei junge Menschen zu Besuch. Ich habe gehört, dass sie sich für mich interessierten. Sie blieben mehrere Stunden und wir lernten uns langsam etwas kennen. Später erfuhr ich, dass das meine neue Familie sein wird – und dieses Mal für immer.

Wie bist du zu deinem Frauchen/Herrchen gekommen?

Nachdem meine ersten Für-Immer-Eltern mich nicht haben wollten, lebte ich wieder in der Pflegestelle. Mama erzählte mir mal, dass sie mit Hunden aufgewachsen sei. 2015 zog sie mit meinem Papa aus ihrer Heimatstadt nach Flensburg. Den Familienhund konnte sie nicht mitnehmen. Mama fühlte sich aber unvollständig ohne einen Hund und so gingen meine Eltern auf die Suche. Dann hat mich Mama über einen Tierschutzverein gefunden. Dort gab es wohl Fotos von mir. Sie schrieb der Pflegestelle und so kam es dazu, dass sie mich besuchten und kennenlernten.

Emma Lotte mit Brille im Schnee
Nach meiner ersten Familie kam ich in meiner Immer-Zuhause.

Wie sieht dein Alltag und Leben aus?

Ach Leute, das ist mir jetzt etwas peinlich. Ich bin ein ganz großer Morgenmuffel und würde am liebsten gaaaaanz lange im Bett liegen und schlummern. Wenn Mama oder Papa frei haben, darf ich auch ausschlafen und mit ihnen im Bett schnarchen.

Wenn Schloddis Tag anfängt

Bevor es rausgeht, bekomme ich meine Medikamente. Mama sagt immer, dass ich ohne nicht raus darf. Ich habe keine Ahnung, welchen Sockenschuss sie auf einmal hat, mir das einreden zu wollen. Danach geht es für eine große Runde raus. Nach der Morgenrunde (manchmal sollte ich es lieber als Mittagsrunde bezeichnen lachender Smilie) ist für mich erstmal Sofazeit angesagt. Meine Eltern sind dann arbeiten, oder schmeißen den Haushalt.

Das Ende von Emma Lottes Tag

Nachmittags versucht Mama immer mit mir was Cooles zu unternehmen. Dann fahren wir gerne an den Strand, in den Wald oder gehen auf die Koppel. Ihr wisst gar nicht, wie sehr ich es liebe, am Strand zu sitzen und die anderen Wuffis zu beobachten. Abends kriege ich immer mein Essen. Bevor es mit Mama und Papa ins Bett geht, bekomme ich noch einmal diese doofe Salbe ins Auge.

Was beeinflusst dein Leben am meisten?

Ich würde sagen, dass meine Krankheit mein Leben am meisten beeinflusst. Seit November habe ich die Diagnose Keratitis Überreit (auch: Schäferhundkeratitis). Mama sagt, dass das eine Autoimmunkrankheit ist, bei der die Hornhaut eine chronische, oberflächliche Entzündung vorliegt. Dadurch kriege ich zweimal täglich ein doofes Augengel in die Augen geschmiert und muss, wenn die Sonne draußen scheint, eine UV-Brille tragen. Die finde ich ganz schön nervig..

Um gegen meine Autoimmunkrankheit gewappnet zu sein, habe ich auch eine schicke Brille.

Bist du zufrieden mit deinem Leben oder was würdest du gern ändern?

Mit Papa und Mama kann ich mich eigentlich sehr glücklich schätzen. Sie erfüllen mir viele Wünsche und wenn ich mich benehme, habe ich auch sehr viele Freiheiten. Allerdings ist Mama der Ansicht, dass ich etwas mollig bin. Aber das stimmt gar nicht :O. Ich versuche ihr immer wieder zu erklären, dass ich noch viiiiiiel mehr Essen vertragen könnte. Auch sollten sie aufhören mir die Salbe und die Brille aufzuzwängen. Das brauche ich doch gar nicht.

Was können andere Frauchen/Herrchen von deinem Leben lernen?

Ich glaube, ich habe meinen Eltern beigebracht, geduldig und verständnisvoll zu sein. Ich habe vor einigen Dingen Angst und bin sehr misstrauisch gegenüber Fremden. Meine Eltern haben gelernt, mir Sicherheit zu geben.

schlafende Emma Lotte
Zudem können viele von mir lernen, dass Langschläfer ein entspannteres Leben haben.

Konnte dein Frauchen/Herrchen etwas von einem anderen Projektteilnehmer lernen?

Besonders spannend fand Mama den Beitrag von Holly, der Schulhündin. Eigentlich wollte sie ihren Hund gerne zum Schul- und Präsenzhund ausbilden, aber da habe ich ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht :D. Aber auch die anderen Hunde sind coole Socken.

Danke an Schloddi. Wir freuen uns, dass auch ihr euch unseren Fragen gestellt habt!

Wenn es euch ähnlich geht, euch die Lebensgeschichte motiviert, inspiriert oder geholfen hat, schreibt uns doch wie. Wir werden eure Gedanken & Taten, die hieraus entsprungen sind, sammeln und veröffentlichen. Denn dieses Projekt soll dafür sorgen, dass wir unser Leben mit Hunden überdenken, zufriedener zu gestalten und merken, dass wir nicht allein auf der Welt mit unserer Sicht- und Lebensweise sind. Als Boni könnte es auch das Schwarz-Weiß-Denken in der Hundehalterszene aufheben. Falls du selber mit deinem Liebling teilnehmen möchtest, melde dich.

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