Entspanntheit & Ruhe – das Non-Plus-Ultra für’s Lernen + Tipps für Verfressene

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Ich habe schon öfter bei Themen zu Kingston angesprochen, dass er ein kleines Sensibelchen ist, das gern sofort Stimmungen übernimmt. Wenn es draußen stürmt, dreht er auf. Steht neben ihm jemand, der unsicher ist, so wird er auch schnell unsicher. Dass er nicht immer alle Stimmungen zu seiner eignen macht, haben wir schon durch die Fotografie gut in den Griff bekommen. Aber auch Tiger ist so ein Kater, der gern und schnell hektisch wird. Aber Hektik, Anspannung, Unsicherheit und Aufgedrehtsein können das Training behindern. Deshalb sollte versucht werden, Entspannung und Ruhe (die ich schon bei der Jahresvorschau als Ziel 2018 benannt habe) als Grundlage für das Training genutzt zu werden. Wie funktioniert das?


Diese Tipps können auch beim Hund funktionieren. Ich erkläre sie nur mit dem Kater, weil Kingston nicht verfressen ist *zwinker*.


Tiger, verfressen und hektisch

Tiger ist ein echter Wirbelwind. Sobald er Futter sieht, brennen alle Sicherungen in seinem Kopf durch. An seinem „irren“ Blick sieht man, dass ein wahres Feuer in seinem Kopf ausgebrochen ist *lach*. Er möchte dann sofort alles in sich stopfen und wird ungehalten. Dadurch bricht Hektik aus, in denen er auch gern mal die Krallen auspackt, wenn ihm das Futterfieber zu Kopf steigt. Das macht das Lernen eigentlich komplett unmöglich und stresst ihn unnötig. Denn ich möchte ihn, z.B. mit Tricksen, geistig auslasten, nicht noch mehr aufdrehen lassen. Weil seine Konzentrationsfähigkeit linear mit der Hektiksteigung sinkt, ist seine Aufnahmefähigkeit irgendwann bei 0% angekommen. Dem muss ich einen Riegel vorschieben. Deshalb haben wir vor dem Tricksen am Ruhelernen gearbeitet und wenn er zu hektisch beim Tricksen wird, machen wir wieder einen Schritt zurück, um die Verbindung von Tricksen und Entspannung zu festigen. Bei der Futtergabe haben wir außerdem auch einen Ablauf eingeführt, dass es ruhig zugeht.

Entspannung beim Training lernen

Beim Tricklernen komme ich mit den Leckerlis und wir fangen die Tricks an. Aber ab und zu kann es immernoch dazu kommen, dass Tiger hektisch wird, nur weil er die Leckerlis haben möchte. Wenn so ein Verhalten anfängt, nehme ich ein Leckerli in die Hand. Dann wird die Hand zur Faust geballt, sodass Tiger nicht mehr ans Leckerli kommt. Dann ist Geduld und ein geringes Schmerzempfinden angesagt. Denn Tiger hat am Anfang versucht, die Hand mit den Krallen aufzustemmen. Zum Glück hat er jetzt schon gelernt, dadurch dass ich ihm dann ein klares „Nein“ gesagt habe, dass das Verhalten nicht gewünscht ist. Mit der Zeit werden dann die Versuche, irgendwie an das Leckerli zu kommen, geringer, weil kein Erfolg erzielt wird. Am Anfang wurde Tiger belohnt, sobald er nur vor der Hand saß und nicht mehr versuchte, ans Leckerli zu kommen (da das schon eine Ewigkeit dauerte). Er ist tatsächlich am Anfang auch auf mir rumgeklettert und versuchte alles, damit ich die Hand öffne. Egal, was für Charmeoffensiven gestartet werden, bleibt stark *lach*.
Seit er ruhiger geworden ist, bekommt er seine Leckerlis, wenn er nur noch vor der Hand sitzt und dann einen Trick macht, ohne wieder in Hektik zu verfallen. Natürlich lobe ich ihn auch mit der Stimme. Aber ob das bei dem Kater so viel positive Gefühle wie die Bestätigung mit dem Leckerli auslöst, kann ich ehrlich nicht sagen *zwinker*.

Ruhig bleiben beim Futterbekommen

Bei der Futtergabe habe ich auch Ruhe eingeführt, weil Hektik auch in der Beziehung zwischen Tiger und Cleo nicht prikelnd war. Hektik und Aufregung kann schnell zu Streit bei den beiden führen und das muss nicht sein. Da sich Cleo bei Futter auch noch von Tigers Hektik anstecken lässt, hatte ich beim Futtergeben am Anfang echt zu kämpfen, um beide unter Kontrolle zu halten. Deshalb habe ich auch ganz kleinschrittig angefangen. Zuerst kam ich mit gefüllten Futternäpfen in ihrem Raum. Sobald sie sich beruhigten, wurden die Näpfe abgestellt und sie konnten fressen. Als nächstes mussten sie auch nach dem Hinstellen ruhig bleiben. Der dritte Schritt war, das Futter in ihrem Raum in den Napf zu füllen. Das war ein echter Knackpunkt, weshalb wir auch ein mal einen Schritt zurückmachen mussten. Der vierte Teil des Ruhelernens ist, dass das Futter genau vor den Beiden auf dem Boden in die Näpfe gefüllt wird. Da springt immer mal wieder einer der beiden aus der Reihe, weil er/sie als Zweiter bekommt. Aber langsam warten sie geduldig. Durch das Training herrscht zwischen uns allen eine andere, positivere Stimmung bei Kontakt und es hilft auch bei weiterem Training. Denn beide wissen, dass es nur Belohnung gibt, wenn sie ruhig und entspannt mitmachen.

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Vorteile von Ruhe und Entspannung beim Training

Wieso ich jetzt genau Ruhe und Entspannheit mit den Rabauken lerne? Durch Ruhe sind sie konzentrierter. Sie haben einen klareren Kopf, um sich auf mich und das Training einzulassen. Wenn sie entspannt sind, bleiben sie fokussierter und offener. Beides hilft, dass das Training schneller umgesetzt werden kann. Gehen sie entspannt aus dem Training, können sie auch schneller dösen und schlafen. Dösen und Schlafen ist wichtig, um zu lernen und Erlebnisse zu verarbeiten. Dadurch bleibt das Gelernte auch besser im Gedächtnis.

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Fotos: Maria von Maloutainment, Illustrationen: dankenswerter Weise kostenlos von Aram&Abra zur Verfügung gestellt


2 Replies to “Entspanntheit & Ruhe – das Non-Plus-Ultra für’s Lernen + Tipps für Verfressene”

  1. […] für das Lernen (das zur Aktivität gehört) ist auch Ruhe. Denn ein überdrehter Hund lernt nicht gut oder verbindet das Training sogar vielleicht mit der angespannten Laune, was sich negativ auf die […]

  2. […] wenn es keine Überforderung ist. Fast doppelt gemoppelt. Denn dieses Thema wird schon im 1. Punkt für den Hund aufgeführt. Aber […]

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